Für die Belegschaft im Zwickauer Volkswagenwerk rückt am Mittwoch die Zeit nach 2030 in den Mittelpunkt. Der Betriebsrat hat für den 26. August ab 14.30 Uhr eine zusätzliche Betriebsversammlung angekündigt. Konzernchef Oliver Blume und Volkswagen-Markenchef Thomas Schäfer sollen teilnehmen.
Nach Darstellung der Arbeitnehmervertretung soll der Vorstand dort Rede und Antwort stehen. Laut dpa nimmt Blume zum ersten Mal an einer Betriebsversammlung in Zwickau teil. Was er und Schäfer sagen oder zusagen werden, ist vor dem internen Termin offen.
Die Beschäftigung ist nur bis Ende 2030 gesichert
Der Konflikt reicht über die nächsten Produktionsjahre hinaus. Blume erklärte am 13. Juli in einem Konzerninterview, Volkswagen könne für Zwickau, Emden, Hannover und Neckarsulm derzeit keine wettbewerbsfähige Auslastung in den 2030er-Jahren bestätigen. Er sagte zugleich, intelligente Lösungen seien Werksschließungen vorzuziehen. Ein Aus für das Zwickauer Werk ist damit nicht beschlossen.
Als Grund für die Neuordnung nennt Blume einen kleineren Markt. Volkswagen richte sein Produktionsnetz auf eine jährliche Nachfrage von rund neun Millionen Fahrzeugen aus; vor der Corona-Pandemie sei es für zwölf Millionen ausgelegt gewesen.
Bis Ende 2030 gilt nach Konzernangaben eine tarifliche Beschäftigungssicherung. Was danach in Zwickau gebaut oder industriell bearbeitet werden soll, ist in den geprüften Quellen nicht verbindlich entschieden.
Ab 2027 bleibt eine Produktionslinie
Für die Jahre bis 2030 gibt es bereits einen Plan. Die Vereinbarung „Zukunft Volkswagen“ sieht vor, die Zwickauer Fahrzeugproduktion ab 2027 auf eine Linie zu konzentrieren. Dort sollen der Audi Q4 e-tron und der Q4 e-tron Sportback gebaut werden.
Zusätzlich will Volkswagen in Zwickau Geschäftsfelder der Kreislaufwirtschaft aufbauen. Dafür plant das Unternehmen über mehrere Jahre Investitionen von bis zu 90 Millionen Euro. Die Demontagekapazität soll bis 2030 schrittweise auf bis zu 15.000 Fahrzeuge jährlich steigen. Diese Zielgrößen belegen noch nicht, wie viele Menschen dadurch künftig beschäftigt werden.

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© Volkswagen AG · Volkswagen Newsroom: Use for editorial purposes free of charge; kostenfreie redaktionelle Nutzung laut Original-BilddetailseiteFür 8.000 Beschäftigte fehlt die Perspektive danach
Volkswagen weist für das Zwickauer Fahrzeugwerk mit Stand Dezember 2025 insgesamt 8.000 fest Beschäftigte aus, darunter dual Studierende und Auszubildende. Im Jahr 2025 wurden nach Angaben des Unternehmens 212.000 batterieelektrische Fahrzeuge produziert.
Für 2026 erwartet Gesamtbetriebsratschef Mike Rösler nach eigenen Angaben gegenüber der dpa etwa 202.000 Fahrzeuge. Mehr als 1.000 weitere Arbeitsplätze sollen demnach in den nächsten Jahren planmäßig entfallen. Beide Zahlen sind Angaben der Arbeitnehmervertretung und keine von Volkswagen in den geprüften Primärquellen bestätigten Ist-Zahlen für 2026.
„Wir erwarten, dass endlich Klartext gesprochen wird“, sagte Rösler der dpa. Die zentrale Frage bleibt, welche Modelle oder anderen Aufgaben das Werk nach Ablauf der Beschäftigungssicherung auslasten könnten.
Der nächste belegte Termin ist die zusätzliche Betriebsversammlung am Mittwoch, 26. August, ab 14.30 Uhr. Erst danach lässt sich anhand neuer Aussagen und möglicher Zusagen beurteilen, ob Volkswagen die offene Perspektive für Zwickau konkretisiert hat.




