Zwei Straßen zugleich, jeweils ungefähr eine Woche lang. So könnten sich Zwickaus Geschwindigkeitskontrollen 2027 verändern. Das Ordnungsamt will statt eines gemieteten Blitzeranhängers zwei Anlagen parallel im Stadtgebiet einsetzen.
Dafür plant die Stadt voraussichtlich 300.000 Euro brutto ein. Beschlossen ist die Verdopplung noch nicht. Der Finanzausschuss berät darüber am 8. September ab 16 Uhr im Bürgersaal des Rathauses.
Zwei Orte könnten gleichzeitig kontrolliert werden
Die Anhänger sind mobil, wechseln ihren Platz aber nicht jeden Tag. Ein Gerät bleibt ungefähr eine Woche an einem Messort und arbeitet dort ohne anwesendes Messpersonal. Mit zwei Anlagen könnte die Stadt deshalb zwei länger laufende Kontrollen gleichzeitig einrichten.
Der Auftragnehmer soll die Anhänger transportieren, umsetzen und instand halten. Das Ordnungsamt plant die Einsätze, betreibt die Messung, überträgt die Daten und bearbeitet mögliche Bußgeldverfahren. Zusätzlich besitzt die Stadt einen herkömmlichen Blitzer, für dessen Einsatz Personal vor Ort nötig ist.
Autofahrende müssten damit an zwei wechselnden Stellen gleichzeitig mit Kontrollen rechnen. Für Anwohnerinnen und Anwohner könnten zwei Orte jeweils ungefähr eine Woche lang in den Fokus rücken. Welche Straßen tatsächlich an die Reihe kommen, steht noch nicht fest.
Schulen und Kitas sind Schwerpunkte, aber noch keine Standorte
Die Stadt nennt Schulen, Kindergärten und Unfallschwerpunkte als wichtige Einsatzbereiche. Die beiden Anlagen sollen flexibel im gesamten Stadtgebiet stehen können. Konkrete Straßen für 2027 nennt der Vorschlag nicht.
Damit bleibt auch für Eltern und Einrichtungen offen, welche Wege zuerst kontrolliert werden. Die Messstellen aus dem Testjahr 2025 geben darauf keine Antwort. Sie zeigen lediglich, wo das damalige Gerät eingesetzt wurde.
Stadt führt 57 Verstöße am Tag an
Seit Dezember 2025 setzt Zwickau wieder einen gemieteten Anhänger ein. Nach Angaben der Stadt registriert er im Durchschnitt 57 Geschwindigkeitsverstöße pro Tag. Das Ordnungsamt führt diese Zahl als einen Grund dafür an, 2027 zwei Geräte zu mieten.
Der Weg dorthin begann mit einem viermonatigen Test. Vom 1. April bis 28. Juli 2025 erfasste ein Anhänger an zehn Standorten insgesamt 5.993 Überschreitungen. Die meisten wurden am B-93-Ortseingang aus Richtung Crossen gezählt. In der Hegelstraße gab es dagegen kaum Verstöße.
Die Unterschiede zeigen, wie stark das Ergebnis vom Standort abhängt. Sie bedeuten jedoch nicht, dass einer der damaligen Plätze 2027 erneut genutzt wird.
Die Kosten steigen stärker als die Zahl der Geräte
Für einen Anhänger im Jahr 2026 waren 136.500 Euro brutto veranschlagt. Der Finanzausschuss hatte der Miete im September 2025 mit sieben zu zwei Stimmen zugestimmt. Zwei Anlagen sollen 2027 nun zusammen voraussichtlich 300.000 Euro kosten.
Damit liegt der neue Ansatz 27.000 Euro über dem doppelten Betrag von 2026. Die genaue Kostenkalkulation bleibt vertraulich. Sie soll zur Ausschusssitzung ausgegeben werden und im Büro für Stadtratsangelegenheiten einsehbar sein.
Eine konkrete Prognose zu Verwarnungs- und Bußgeldern nennt die öffentliche Beschlussvorlage nicht. Die 300.000 Euro sind geplante Ausgaben und keine erwarteten Einnahmen. Zugleich ordnet die Stadt die zusätzliche Technik ihrem Haushaltssicherungskonzept für die Jahre 2026 bis 2029 zu. Verkehrssicherheit und Sparplan stehen damit im selben Antrag.
Am 8. September fällt die nächste Entscheidung
Stimmt der Finanzausschuss zu, will die Stadt die Leistung bis zum 30. September ausschreiben. Die beiden Anhänger sollen am 4. Januar 2027 in Betrieb gehen.
Entscheidend bleiben der Preis nach der Ausschreibung und die späteren Standorte. Der nächste Schritt folgt am 8. September im Rathaus.




