Am Freitag, 28. August, ist gegen 10.30 Uhr in Zwickau-Marienthal ein Dacia beim Rechtsabbiegen von der Marienthaler Straße in den Brander Weg mit einer Straßenbahn kollidiert. Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen leicht verletzt. Der Straßenbahnverkehr war rund 90 Minuten unterbrochen. Danach fuhren die Bahnen wieder.
Es war die dritte gleichartige Kollision an dieser Einmündung innerhalb von 85 Tagen. Jedes Mal bog ein Auto rechts in den Brander Weg ab. In allen drei Fällen nennt die Polizei ein missachtetes Rotlicht.
Vier Leichtverletzte nach der Kollision
Die 75-jährige Autofahrerin war laut Polizeidirektion Zwickau in Richtung Werdau unterwegs. Beim Abbiegen in den Brander Weg habe sie das rote Lichtzeichen nicht beachtet. Daraufhin stieß der Dacia mit der Straßenbahn zusammen.
Nach Angaben der Polizei wurden die Autofahrerin, die 45-jährige Straßenbahnfahrerin und zwei Insassinnen im Alter von 34 und 36 Jahren leicht verletzt. Den Schaden an Auto und Straßenbahn schätzt die Polizei auf insgesamt rund 38.000 Euro.
Die Autofahrerin muss sich nach vorläufiger Einschätzung der Polizei wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Das ist keine gerichtliche Entscheidung.
Straßenbahn fuhr nach etwa 90 Minuten wieder
Die Unterbrechung dauerte etwa eineinhalb Stunden. Danach konnte die Straßenbahn laut Polizei wieder fahren. Die unfallbedingte Störung ist beendet.
Drei ähnliche Unfälle in 85 Tagen
Bereits am 4. Juni kollidierte an derselben Einmündung ein rechts abbiegender Ford mit einer Straßenbahn. Der 74-jährige Autofahrer hatte nach Einschätzung der Polizei offenbar das Rotlicht missachtet. Er wurde leicht verletzt. Den Schaden an Auto, Straßenbahn und Lichtzeichenanlage schätzte die Polizei auf 50.000 Euro.
Nur vier Tage später kam es erneut zu einem Zusammenstoß. Ein 58-Jähriger bog am 8. Juni rechts in den Brander Weg ab und missachtete laut Polizei den Vorrang der Straßenbahn sowie das rote Licht. Verletzt wurde niemand. Die Polizei schätzte den Schaden auf 20.000 Euro.
Der Unfall vom 28. August war damit der dritte nahezu gleich verlaufende Fall. Zusammen nennen die drei Polizeimeldungen fünf Leichtverletzte. Die drei Schadenschätzungen ergeben 108.000 Euro. Das ist keine amtliche Gesamtstatistik, sondern die Summe der Einzelschätzungen.
Was am Bahnübergang gilt
Am Übergang mit Andreaskreuz haben Schienenfahrzeuge Vorrang. Das regelt Paragraf 19 der Straßenverkehrs-Ordnung. Zeigt die Lichtzeichenanlage Rot, müssen Autofahrer vor dem Andreaskreuz warten. Paragraf 37 schreibt bei rotem Licht ebenfalls den Halt vor der Kreuzung vor.
Für Rechtsabbieger bedeutet das, dass sie die Straßenbahn passieren lassen und bei Rot warten müssen.
Welche Sicherheitsfragen offenbleiben
Die Stadt ließ 2026 die Fahrbahndecke der Marienthaler Straße bis zur Einmündung Brander Weg erneuern. Angekündigt waren Arbeiten an Asphalt, Gleisoberfläche und Markierungen. Umbauten an der Ampel oder zusätzliche Sicherungen gehörten nicht zu den angekündigten Arbeiten.
Offen bleibt, ob die Lichtzeichenanlage nach den beiden Juni-Unfällen technisch geprüft oder verändert wurde. Auch ist nicht bekannt, ob die Zwickauer Unfallkommission die Einmündung derzeit behandelt. In diesem Gremium arbeiten nach Angaben der Stadt Polizei, Straßenverkehrsbehörde, Städtische Verkehrsbetriebe und Tiefbauamt zusammen.
Gesichert sind drei Kollisionen innerhalb von 85 Tagen mit demselben Abbiege-Muster. Ob sich an der Sicherung der Einmündung etwas ändert, bleibt offen.




