Cemal Sezer verlässt den FSV Zwickau zehn Monate vor dem Ende seines Vertrags und wechselt mit sofortiger Wirkung zum KSV Hessen Kassel. Der 30 Jahre alte Mittelstürmer unterschrieb dort bis zum 30. Juni 2028.

Damit verliert Zwickau zehn Tore und sechs Vorlagen aus 31 Pflichtspielen. Der laufende Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst. Nun muss der FSV seine Offensive ohne einen direkten Neuzugang auf dieser Position ordnen.

Ein Jahr in Zwickau endet vorzeitig

Am 1. September 2025 hatte der FSV Sezer vom FC Carl Zeiss Jena verpflichtet. Damals bezeichnete der Verein den Angreifer als Unterschiedsspieler und gab ihm einen Vertrag bis zum 30. Juni 2027.

Sezer kam nach einer langwierigen Verletzung nach Zwickau. Der Verein rechnete deshalb mit Anlaufzeit. Knapp ein Jahr später endet seine Zeit beim FSV vorzeitig.

Der Wechsel nach Kassel steht bereits fest. Aus der Regionalliga Nordost geht es für Sezer in die Regionalliga Südwest. Statt zehn weiterer Monate in Zwickau folgen nun fast zwei Spielzeiten bei den Hessen.

16 Torbeteiligungen bleiben zurück

Sezers Bilanz beim FSV umfasst 31 Pflichtspiele. Dabei erzielte er zehn Tore und bereitete sechs weitere Treffer vor.

In der laufenden Regionalliga-Saison kam er sechsmal zum Einsatz und traf einmal. Sein Tor fiel gleich am ersten Spieltag in Jena. Sezer erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich, ehe Zwickau die Partie mit 2 zu 1 gewann.

Zehn Tore und sechs Vorlagen zeigen, was der FSV sportlich verliert. Zugleich war Sezers Rolle in den vergangenen Wochen kleiner geworden.

Die Rollen hatten sich schon verschoben

An den ersten drei Ligaspieltagen stand Sezer jeweils in der Startelf. Danach folgten nur noch Kurzeinsätze. Beim jüngsten 1 zu 0 gegen Babelsberg blieb er über die gesamten 90 Minuten auf der Bank.

Im Sturmzentrum begann Philipp Harant. Er erzielte das einzige Tor des Tages und lieferte damit ein Argument für die interne Lösung.

Die sinkende Einsatzzeit erklärt die Trennung nicht. Sie belegt aber, dass Zwickau seine Offensive schon vor dem Abschied anders besetzt hatte.

Der FSV setzt zunächst auf interne Lösungen

Sportdirektor Robin Lenk sieht keinen zwingenden Bedarf für einen positionsgleichen Ersatz. Neben Harant nennt er Besong, Albert und Dobruna als vorhandene Möglichkeiten für die Offensive.

Der FSV will den Markt weiter beobachten. Nach Lenks Einschätzung könnte der entstandene Spielraum auch für eine andere Position im Kader genutzt werden. Eine weitere Verpflichtung steht bislang nicht fest.

Für die kommenden Spiele liegt die erste Antwort damit im eigenen Aufgebot. Harant hat sie gegen Babelsberg mit dem Siegtor gegeben.

Sezer nennt persönliche und familiäre Gründe

Sezer begründete seinen Wunsch nach einer Auflösung mit persönlichen und familiären Planungen. Er wolle wieder näher bei seiner Familie und seiner norddeutschen Heimat sein.

Ob seine zuletzt geringere Einsatzzeit mit dieser Entscheidung zusammenhing, bleibt offen.

Der FSV teilte zudem mit, dass über die Bedingungen der Auflösung Stillschweigen vereinbart wurde. Eine mögliche Ablöse, Abfindung oder andere finanzielle Regelung ist daher nicht bekannt.

Sezers Zwickauer Bilanz endet bei 31 Pflichtspielen und 16 Torbeteiligungen. Sein alter Vertrag hätte noch zehn Monate gegolten. Sein neuer in Kassel reicht nun bis zum Sommer 2028.