Zwei Tage, zwei Warntests. Am Mittwoch, 9. September, will die Stadt Zwickau die herkömmlichen Feuerwehrsirenen prüfen. Einen Tag später, am Donnerstag, 10. September, kann ab 11 Uhr eine Probewarnung auf kompatiblen und empfangsbereiten Handys erscheinen.

Die Termine folgen direkt aufeinander, gehören aber nicht zum selben lokalen Sirenentest. Die Handywarnung kommt per Cell Broadcast und braucht keine App. Ob Zwickau am 10. September zusätzlich seine Sirenen auslöst, war bis zum 30. August nicht bestätigt.

Beide Alarme sind angekündigte Übungen. Gegen 11.45 Uhr plant das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) die bundesweite Entwarnung. Vorher lohnt sich ein kurzer Handycheck: Das Gerät muss kompatibel und aktuell sein, eingeschaltet bleiben, Mobilfunkempfang haben und darf nicht im Flugmodus laufen.

Zwei Termine, zwei Warnwege

Am 9. September prüft die Stadt nach ihrer Ankündigung die herkömmlichen Feuerwehrsirenen. Nicht alle 40 Anlagen im Stadtgebiet sind Teil dieses Termins. Der nächste angekündigte Probealarm aller Zwickauer Sirenen folgt erst am 14. Oktober.

Am Donnerstag testen Bund, Länder und Kommunen dann das Zusammenspiel ihrer Warnsysteme. Die zentrale Probewarnung läuft über das Modulare Warnsystem. Länder und teilnehmende Kommunen können nach Angaben des BBK zusätzlich Sirenen oder Lautsprecherwagen einsetzen. Ob sie das tun, entscheiden sie selbst.

Für Zwickau bedeutet das: Erscheint am Donnerstag eine Warnung auf dem Handy, sagt das noch nichts über die Sirenen in der Stadt aus.

Warum die Warnung ohne App aufs Handy kommt

Cell Broadcast schickt den Warntext direkt an geeignete Geräte in ausgewählten Mobilfunkzellen. Der Versand erfolgt anonym. Weder eine Registrierung noch die Kenntnis der Mobilfunknummer ist nötig.

Auch die Warn-App NINA ist keine Voraussetzung. Sie kann Cell Broadcast aber ergänzen, weil sie für ausgewählte Orte amtliche Details und Handlungsanweisungen anzeigt. Eine Nachricht per Cell Broadcast ist auf 500 Zeichen begrenzt; Bilder oder Karten überträgt sie nicht.

Der Handyton soll zunächst Aufmerksamkeit schaffen. Genauere Angaben können anschließend über Warn-Apps, amtliche Internetseiten und weitere Warnkanäle folgen.

Vier Punkte entscheiden über den Empfang

Nicht jedes Handy wird die Probewarnung sicher anzeigen. Vor 11 Uhr lohnt sich deshalb dieser Check:

  1. Das Gerät unterstützt Cell Broadcast und ist aktualisiert. Als grundsätzliche Orientierung nennt das BBK für neuere Geräte Android ab Version 11 und iOS ab Version 16.1. Das ist keine Empfangsgarantie für jedes Modell.
  2. Das Handy ist eingeschaltet. Ein ausgeschaltetes Gerät kann die ausgestrahlte Nachricht nicht empfangen.
  3. Das Gerät ist mit einer funktionierenden Mobilfunkzelle verbunden. Eine WLAN-Verbindung allein reicht nicht.
  4. Der Flugmodus ist ausgeschaltet. Sonst ist das Handy nicht ins Mobilfunknetz eingebucht.

Eine Warn-App fehlt in dieser Liste bewusst. Cell Broadcast ist ein eigener Warnweg.

Warum die Entwarnung leiser sein kann

Der Warntag 2026 ist der erste bundesweite Test seit der Einführung der Cell-Broadcast-Entwarnung im November 2025. Nach dem vom BBK angekündigten Ablauf soll sie gegen 11.45 Uhr über die zuvor genutzten Warnkanäle und Endgeräte folgen. Damit kann eine zweite Meldung auf dem Handy eintreffen.

Sie soll weniger schrill ausfallen als der Alarm um 11 Uhr. Das BBK ordnet Cell-Broadcast-Entwarnungen der Warnstufe 3 zu. Android verwendet dafür den eingestellten SMS-Ton, iPhones den Standard-SMS-Ton. Läuft auf dem Gerät veraltete Software, kann dennoch ein lauter Standardton ertönen.

40 Sirenen, aber noch keine Zusage für den Warntag

Zwickau hat nach Angaben der Stadt 40 Sirenen. 22 davon sind elektronische Anlagen, die neben Heultönen auch Sprachdurchsagen übertragen können. Sie wurden nach der Auswertung des Hochwassers 2002 beschafft und stehen vor allem im Bereich der Zwickauer Mulde.

Archiv- und Symbolaufnahme von 2009: Acht graue Hornlautsprecher einer elektronischen Sirene stehen auf einem roten Ziegeldach in Bad Vilbel.
Eine elektronische Sirene auf einem Dach in Bad Vilbel. Die Archiv- und Symbolaufnahme zeigt keine Zwickauer Anlage.
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Doch 40 vorhandene Anlagen sind noch kein Ablaufplan für den 10. September. Im vergangenen Jahr hatte die Stadt angekündigt, beim Warntag alle 40 Sirenen auszulösen: um 11 Uhr zur Warnung und um 11.45 Uhr zur Entwarnung. Auf den bis zum 30. August geprüften aktuellen Seiten von Stadt und Landkreis war keine entsprechende Mitteilung für 2026 auffindbar.

Wen Zwickauer vorher informieren sollten

Laute Probewarnungen können Kinder, ältere Menschen, Menschen mit belastenden Kriegserfahrungen und Tiere erschrecken. Das BBK empfiehlt deshalb, möglicherweise Betroffene und Tierhaltende vorab zu informieren und sie bei Bedarf zu begleiten.

Für Donnerstag bleibt offen, ob Zwickaus Sirenen zusätzlich zur Handywarnung laufen. Der nächste lokale Termin steht dagegen fest: Am 14. Oktober sollen alle 40 Sirenen im Stadtgebiet getestet werden.